Eine feuerbeständige Tür mit dem richtigen Zertifikat ist ein guter Anfang, garantiert aber für sich genommen kein brandsicheres Ergebnis. Die Art der Installation bestimmt maßgeblich, ob die Tür die geprüfte Leistung in der Praxis tatsächlich erbringt.
In diesem Artikel lesen Sie, was ein Zertifikat für eine Brandschutztür genau abdeckt, welche Einbaufehler wir in Bestandsgebäuden am häufigsten antreffen und wie Sie eine Brandschutztür nach dem Einbau in Ordnung halten.
Was ein Zertifikat für eine Brandschutztür abdeckt
Eine Brandschutztür wird nicht als loses Türblatt geprüft, sondern als komplettes Türelement: Türblatt, Zarge, Bänder, Schloss, Türschließer und gegebenenfalls Glas. Klassifizierung und Zertifikat beschreiben, welche Kombination geprüft wurde und welche Varianten darin zulässig sind: in welchem Wandtyp, mit welchen maximalen Abmessungen und mit welchem Anschluss an die Wand.
Weicht die Situation davon ab, liegt die Tür außerhalb des Anwendungsbereichs. Denken Sie an ein anderes Schloss, eine zusätzliche Glasöffnung oder eine Zarge, die in einem anderen Wandtyp montiert ist. Das Schild an Tür und Zarge zeigt, welches Zertifikat gilt.
Feuerbeständig und rauchdicht: Was steht auf dem Etikett?
Die Klassifizierung einer Tür zeigt, was sie kann. EI 30 oder EI 60 gibt den Feuerwiderstand in Minuten an. Sa oder S200 ist eine Klassifizierung der Rauchleckage der Tür, und der Buchstabe C bedeutet, dass sie selbstschließend ist. Feuerwiderstand und Rauchdurchlässigkeit werden getrennt geprüft: der Feuerwiderstand nach NEN-EN 1634-1, die Rauchdurchlässigkeit nach NEN-EN 1634-3. Eine Tür in einem Fluchtweg muss oft nicht nur feuerhemmend, sondern auch rauchdicht sein; welche Anforderung gilt, wird je Situation bestimmt.
Häufige Installationsfehler
- Falsche oder fehlende feuerbeständige Abdichtung zwischen Rahmen und Mauerwerk
- Ein selbstschließender Mechanismus, der nicht korrekt eingestellt oder außer Betrieb gesetzt ist
- Kombination einer zertifizierten Tür mit einem nicht passenden oder nicht zertifizierten Rahmen
- Das dauerhafte Feststellen von Türen in geöffneter Position, zum Beispiel mit einem Keil
- Normaler PU-Schaum oder nicht brandschutztauglicher Dichtstoff in der Anschlussfuge zwischen Zarge und Wand
- Zu große Spalten zwischen Türblatt und Zarge oder unter der Tür, durch die Rauch und heiße Gase dringen können
- Nachträglich angebrachte Schlösser, Griffe oder Glasöffnungen, die nicht im Zertifikat stehen
Was zu einer korrekten Installation gehört
- Eine Zarge und Tür, die gemeinsam in den Anwendungsbereich der Klassifizierung fallen
- Korrekt eingestellte Scharniere, Schließmechanismen und eventuelle Türschließer
- Feuerbeständige Abdichtung rund um den Rahmen, anschließend an die Wand
- Wo erforderlich: rauchdichte Dichtungsstreifen zur Begrenzung des Rauchdurchgangs
- Montage gemäß den Montagevorschriften aus dem Zertifikat, einschließlich Anzahl und Art der Befestigungen
- Ein Etikett auf Tür und Zarge sowie die Erfassung der Tür im Logbuch
Türen, die offen stehen können müssen
Eine feuerbeständige Tür, die mit einem Keil offen steht, schützt nichts. Muss eine Tür im täglichen Gebrauch offen bleiben können, etwa in einem belebten Flur oder einer Pflegeeinrichtung, gibt es gute Lösungen: einen Freilauftürschließer oder einen Haftmagneten, der die Tür freigibt, sobald die Brandmeldeanlage oder ein Rauchmelder an der Tür Alarm gibt. So steht die Tür im Alltag offen und schließt sich im Brandfall trotzdem selbst.
Wartung: Eine Brandschutztür nutzt sich ab
Eine Brandschutztür wird täglich benutzt und verschleißt daher schneller als die Wand drumherum. Bänder senken sich, Türschließer verlieren Kraft und Dichtungen werden beschädigt. Lassen Sie Brandschutztüren daher regelmäßig kontrollieren, mit den Herstellervorgaben und der Nutzung als Ausgangspunkt; in der Praxis oft jährlich:
- Schließt die Tür aus jeder Öffnungsstellung vollständig und rastet sie im Schloss ein?
- Bleiben die Spalten rund um und unter der Tür innerhalb des zulässigen Maßes?
- Sind die Rauchschutzdichtungen und die aufschäumenden Dichtungsstreifen vollständig und unbeschädigt?
- Wurden seit der letzten Kontrolle Änderungen vorgenommen, etwa ein neues Schloss oder eine zusätzliche Öffnung?
Oft ist eine Instandsetzung möglich, ohne die ganze Tür zu ersetzen: einstellen, Dichtungen ersetzen oder einen passenden Türschließer montieren. Ein Austausch ist nötig, wenn Türblatt oder Zarge so beschädigt sind, dass eine Instandsetzung innerhalb des Anwendungsbereichs nicht möglich ist. Ein fehlendes Schild beweist für sich genommen nicht, dass die Tür weg muss: Unterlagen und eine geeignete Beurteilung können die Unsicherheit oft ausräumen.
Bei Zweifeln an einer bestehenden Tür beurteilen wir während einer Inspektion sowohl das Produkt als auch die Installation - oft ist eine Instandsetzung ohne vollständigen Austausch möglich.
Unsere Monteure montieren ausschließlich Tür-Zargen-Kombinationen innerhalb des Anwendungsbereichs der Klassifizierung und stellen jeden Schließmechanismus sorgfältig ein, bevor ein Projekt übergeben wird.
Häufig gestellte Fragen
Am Etikett oder Zertifikatsschild, meist im Falz auf der Bandseite von Tür und Zarge. Darauf stehen Hersteller, Zertifikat und Feuerwiderstand. Fehlt das Etikett, ist eine zusätzliche Untersuchung nötig, um die Tür beurteilen zu können.
Nur wenn dieses Schloss oder dieser Schließer unter das Zertifikat der Tür fällt. Ein nicht geprüfter Ersatz kann den Feuerwiderstand oder die Selbstschließung beeinträchtigen. Fragen Sie im Zweifel den Türlieferanten oder ein zertifiziertes Unternehmen.
Eine feuerbeständige Tür hält Feuer und Hitze eine bestimmte Zeit zurück, zum Beispiel 30 oder 60 Minuten. Eine rauchdichte Tür begrenzt den Durchtritt von Rauch. Viele Türen in Fluchtwegen müssen beides sein; in der Klassifizierung erkennen Sie das an EI und Sa oder S200.
Es gibt keine feste gesetzliche Frist, aber die Tür muss immer einwandfrei funktionieren. Nehmen Sie die Herstellervorgaben und die Nutzung als Ausgangspunkt: Eine jährliche Kontrolle von Selbstschließung, Spalten und Dichtungen ist üblich, bei intensiv genutzten Türen häufiger.
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